Nova Rock 2015 | Tag 2

Papa Roach
Der zweite Tag in Nickelsdorf ließ die Temperaturen auf in diesem Jahr noch ungekannte Höhen weiter steigen. Am späten Nachmittag, als das anstrengende Brüten in der Hitze langsam aber sicher sein Ende nahm, war es wieder Zeit für einen Besuch am Festivalgelände. Erste Anlaufstelle: In Extremo, die ich erst im letzten Jahr auf zwei Festivals zu Gesicht bekam und die auch am Nova Rock wieder ihre gewohnt sympathische und energiegeladene Show zum Besten gaben. Songs wie Liam, Unsichtbar oder Küss mich sorgten für eine mitreißende Stimmung, die Feuerfontänen waren zwar auch diesmal wieder cool anzusehen, aufgrund der ohnehin schon hohen Temperaturen hätte ich aber diesmal auch ruhig darauf verzichten können.

Zum Auftritt von Papa Roach im Anschluss füllte sich der Bühnenbereich weiterhin gut. Dass das Quartett aus Kalifornien mittlerweile als absoluter Publikumsmagnet gilt, liegt nicht zuletzt an ihrer immerzu energetischen Performance: Neue Songs wie Face Everything And Rise und Gravity aus dem kürzlich erschienenen neuen Album F.E.A.R. ließen sich perfekt an zuhauf vorhandene Hits wie Forever, Scars, Last Resort und dem abschließenden ...To Be Loved reihen und sorgten von der ersten bis zur letzten Reihe für eine kochende Stimmung. Papa Roach wissen einfach, wie man die Menschenmassen zum Schwitzen bringt!

Der Rockgott war wohl der Meinung, dass nach diesem schweißtreibenden Auftritt endlich eine Abkühlung vonnöten war, weshalb sich ein Gewitter, das bereits Tage zuvor zwischen Niederösterreich und der Steiermark gewütet hatte und nun nach Osten zog, über Nickelsdorf ausbreitete. Innerhalb kürzester Zeit war die gesamte Besucherschaft vollkommen durchnässt, es blitzte und donnerte und auch Sturmböen kamen nicht zu kurz. Eine zwischenzeitliche Flucht zum Zelt ließ sich leider nicht verhindern, immerhin wollte ich nicht während des Festivals krank werden. Leider verpasste ich deswegen Sólstafir auf der Brandwagen Stage und einen Teil des nächsten Red Stage-Acts.

Pünktlich zu ihrem Song Drifter hatte ich es dann endlich wieder vor die Red Stage geschafft, um noch eine knappe Dreiviertelstunde In Flames genießen zu können. Die Stimmung war bereits bestens, die zweite Hälfte des Sets war großteils mit alten Nummern wie The Chosen Pessimist, The Quiet Place oder Take This Life gespickt und bot somit für jeden Geschmack etwas. Auch diesmal wieder ein sehr gelungener Auftritt, leider war jedoch der Sound von der Blue Stage gut zu hören, was bei dem zwischenzeitlichen Geplauder von Sänger Anders Fridén mit dem Publikum recht störend war.

In Flames
Nachdem In Flames ihr Set mit ihrem Hit My Sweet Shadow beendet hatten, wurde es wieder Zeit für einen Bühnenwechsel, da der Blue Stage-Abschluss des zweiten Tages mit dem Headliner, Die Toten Hosen, bereits voll im Gange war. Wie für einen Festivalauftritt der Düsseldorfer üblich, war bis zum hinteren Bereich einiges los. Natürlich wusste auch das Konzert am diesjährigen Nova Rock die Massen zu begeistern, sämtliche Hits, von Evergreens wie Steh auf, wenn du am Boden bist, Hier kommt Alex oder Zehn kleine Jägermeister bis hin zu neuen Hits wie Altes Fieber oder Tage wie diese wollte die Kette der begeistert aufgenommenen Hits nicht abreißen. Vor allem Sänger Campino suchte den Kontakt mit dem Publikum, und bei Paradies durfte wieder ein Fan ans Mikro, diesmal ein Mädchen aus dem Bezirk Neusiedl. Beendet wurde das zweistündige Set mit, wie könnte es auch anders sein, You'll Never Walk Alone und einem Papierschnipselregen, der den Abschluss schon fast kitschig erscheinen ließ, während das Fangegröle wie üblich auch noch, nachdem die Band bereits die Bühne verlassen hatte, anhielt.

Die Red Stage wurde währenddessen von den Vorreitern des Symphonic Metal eingenommen: Nightwish aus Finnland, mit neuer Sängerin Floor Jansen und mit neuem Album, das auf den klingenden Namen Endless Forms Most Beautiful hört, im Gepäck. Der Bühnenbereich vor der Red Stage war gut gefüllt, für einen Headliner hatte ich aber doch mit etwas mehr Andrang gerechnet. Die Band bemühte sich, die Zuschauer zu unterhalten, irgendwie wollte der Funken aber, trotz nettem Bühnenbild und guten Showansätzen, von denen ich jedoch etwas mehr erwartet hätte, nicht wirklich überspringen. Zumindest bei eingefleischten Fans schienen sie jedoch punkten zu können.

Fotos via

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