Nova Rock 2015 | Tag 3

All That Remains
Der dritte und zugleich schon wieder letzte Tag ging wieder etwas früher los. Mit Powerwolf aus Deutschland wurde um 14:00 Uhr auf der Blue Stage Power-Metal mit einer Prise Kirchenflair geboten. Das Konzert war eher familiär, was der guten Stimmung von Band und Fans jedoch keinen Abbruch tat. Bühnenoutfits und Make-Up saßen perfekt, und mit Songs wie Amen & Attack, Resurrection by Erection oder We Drink Your Blood wurde in den frühen Nachmittag gerockt. Ein sympathischer Auftritt, zu später Stunde bzw. in einer Konzertlocation kommt eine Show wie diese aber natürlich noch viel besser zur Geltung.

Noch energetischer wurde es im Anschluss mit Eluveitie, die feinsten "pure fucking Folk-Metal" aus der Schweiz auf die Pannonia Fields brachten. Nun befanden sich deutlich mehr Leute vor der Blue Stage, um Songs wie King, From Darkness oder Inis Mona gebührend zu feiern. Die Band zeigte sich spielfreudig, konnte den Fans ordentlich einheizen und ein Mal mehr unter Beweis stellen, dass sie unerlässlich in der Folk-Szene geworden sind.

Die Blue Stage stand an diesem Tag ganz im Zeichen des Metal, denn direkt danach ging es weiter mit einer geballten Ladung Metalcore mit Death Metal-Einschlägen aus dem Hause All That Remains. Zwar ist das Quintett aus Massachusetts hierzulande bei weitem nicht so bekannt wie in den USA, dennoch war vor der Blue Stage einiges los. Die zwölf Songs umfassende Setlist bot eine ausgewogene Mischung aus der letzten Dekade, was beim Publikum gut ankam und für reichlich Bewegung sorgte. Starker Auftritt, der überraschend etwas früher endete als im Vorfeld angekündigt.

Stil- und Bühnenwechsel im Anschluss für den Slot bis 18:05 Uhr: Die deutschen Rocker von Madsen bespielten bei meiner Ankunft gerade die Red Stage und sorgten für reges Treiben im Bühnenbereich, der schon sehr gut gefüllt war. Von Pogos über Tanzeinlagen bis hin zu Pits war alles vertreten, und natürlich durften auch freche Sprucheinlagen, vorwiegend von Frontsänger Sebastian, nicht fehlen. Highlights waren natürlich die abschließenden Songs Nachtbaden, nicht zu verwechseln mit "nacktbaden", wie Sebastian gerne (beabsichtigt) sang, und Lass die Musik an. Wieder mal ein sehr sympathischer Auftritt, Madsen sind zurecht ein Publikumsmagnet.

Dämmerromantik auf den Pannonia Fields
Leider war dieser Auftritt dann schon das allerletzte Konzert am diesjährigen Nova Rock für mich, gegen 19 Uhr machte sich erneut ein Unwetter, das viel zu spät angekündigt wurde und zu einer Räumung des Kerngeländes führte, über die pannonischen Felder her. Sturm, Platzregen, Hagel sowie Blitze und Donner erinnerten kurzzeitig an eine Szene aus einem Katastrophenfilm. Zwar hielt das Gewitter nicht lange an, dennoch hatte es für mich ausreichend verheerende Auswirkungen, die eine früher als geplante Heimreise notwendig machten, weshalb ich noch die Top-Acts Five Finger Death Punch, Motörhead und Slipknot verpasste. Sehr schade, aber leider nicht zu ändern. Ich bin jedoch zuversichtlich, diese Konzerte in naher Zukunft nachholen zu können.

Fazit: Auch die elfte Ausgabe des Nova Rock Festivals war wieder ein voller Erfolg. Das neue Konzept ging voll auf, die kürzeren Wege machen sich vor allem bei Rekordtemperaturen jenseits der 30°C bezahlt und bei Überschneidungen kann man nun bequemer die Bühnen switchen. Allerdings ist der Sound, wie bereits erwähnt, nicht ganz optimal, nicht selten kam es vor, dass man Konzerte auf der Blue Stage bis zur Red Stage rüberhörte, was bei zwischenzeitlichem Geplauder der Künstler mit dem Publikum sehr störend war. Vielleicht sollte man die Blue Stage auch noch ein wenig in entgegengesetzter Richtung platzieren.
Sehr gut, und etwas, das man eigentlich schon längst hätte einführen sollen, waren auch die Trinkwasserstelle, bei der man sich gratis Wasser nachschenken lassen konnte, sowie die Ottabrause und die Pepsi-Dusche, die ebenfalls viel Anklang fanden und zumindest kurz Abkühlung verschafften.
Zwar schon länger im Angebot, von mir aber erst heuer zum ersten Mal ausprobiert: die Grill & Chill-Area. Sehr gutes Essen und auch der Preis ist absolut in Ordnung, mit etwa € 30,- fünf Leute satt zu bekommen ist absolut top! Direkt daneben befand sich auch die neu eingeführte Singer-Songwriter-Stage, die zwar eine gute Idee ist, um jungen und unbekannten Künstlern eine Bühne zu bieten, allerdings finde ich sie für das Nova Rock nicht allzu passend, und auch so herrscht bereits ringsum Dauerbeschallung.
Wie mir zu Ohren kam, gab es in diesem Jahr enorm viele Diebstähle am Campingplatz und einige Scherereien mit Securities, wovon ich jedoch zum Glück verschont blieb. Für mich verlief das diesjährige Nova Rock wieder durchweg positiv, und selbstredend werde ich bei entsprechendem Line-Up auch im nächsten Jahr wieder dabei sein, wenn es am 9. Juni 2016 wieder heißt: HEEELGAAA!!

Fotos via

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