Summer Breeze 2015 | Tag 2

Heidevolk
Nach einem kurzen Abstecher im Städtchen Dinkelsbühl, das dank dem kostenlosen Shuttleservice in wenigen Minuten vom Festivalgelände zu erreichen ist, wurde zur Mittagszeit wieder das Infield angesteuert, um den zweiten Festivaltag mit einer Portion Pagan Metal aus dem Hause Heidevolk zu beginnen. Mit einem freundlichen "Guten Morgen, Summer Breeze, sind Sie schon wach?" wurde man von den Niederländern begrüßt, ehe das hymnenhafte Winter Woede den sympathischen Auftritt einläutete. Songs wie das obligatorische Saksenland oder Vulgaris Magistralis heizten die Stimmung weiter an, nach dem abschließenden Veleda wurde zwar noch eine Zugabe gefordert, diesem Wunsch der Fans konnte allerdings leider nicht nachgekommen werden.

Bis zur nächsten relevanten Band um 16:00 Uhr war noch genügend Zeit, weshalb die Pause genutzt werden konnte, um sich zu verköstigen, die vielen verschiedenen Shops im Infield genauer durchzusehen oder Abkühlung im praktisch direkt vor dem Gelände gelegenen Teich zu suchen bzw. sich dort auf ein schattiges Fleckchen zu fläzen. Zum Auftritt von Ensiferum auf der Main Stage wurde dann wieder, zusammen mit zahllosen anderen Besuchern, der Hitze getrotzt. Als Entschädigung bescherten uns die Finnen wieder mal einen mitreißenden und für beide Seiten schweißtreibenden Auftritt mit Hits wie Warrior Without A War, From Afar oder Two Of Spades. Letzterer wurde dann, sehr zur Freude vieler männlicher Fans, auch noch von zwei leichtbekleideten Tänzerinnen untermalt.

Aufgrund einer Unwetterwarnung hieß es dann erstmal wieder zurück zum Zelt, um sicherzugehen, dass es auch standhalten würde. Bald darauf setzte dann auch schon der Regen ein, es begann zu donnern und zu blitzen und das Programm musste kurzzeitig unterbrochen werden. Zum Glück kam ich auch noch an den angepassten Timetable, der leider nur über die App veröffentlicht wurde und somit für Besucher, die während des Festivals kein Internet nutzten bzw. nutzen konnten, nicht zugänglich war. 
Pünktlich zu den ungarischen Nachbarn Ektomorf um 21:30 Uhr fand ich mich wieder bei der T-Stage ein. Vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums Retribution war es ziemlich still um die Band geworden, dementsprechend merkte man auch die Ungeduld der Fans, die sich kurz vor Beginn in fordernden Rufen entlud. Als das Quintett dann endlich die Bühne betrat, gab es kein Halten mehr, und mit You Can't Control Me wurde sogleich ein fetter Einstieg hingelegt. Auch mit I Know Them, Black Flag oder Outcast traf die Band genau den Nerv der Fans, Sprunggelenke wurden strapaziert, Haare flogen durch die Luft und Pits bildeten sich von selbst. Stark!

Ektomorf
Auch Bloodbath im Anschluss auf der Pain Stage sorgten für einen mehr als gut besuchten Zuschauerbereich. Mit Spannung wurden die Schweden von Fans und Skeptikern erwartet, immerhin steht seit Grand Morbid Funeral Paradise Lost-Fronter Nick Holmes am Mikro, der sich an diesem Abend nun auch live beweisen musste. Und das schaffte er mit Bravour: Nicht nur Songs wie Unite In Pain vom neuen Longplayer wurden bestens rübergebracht, auch Klassiker wie Cancer Of The Soul oder Like Fire funktionierten perfekt. Harte Riffs und ein unfassbarer Martin Axenroth am Schlagzeug taten ihr Übriges, um Skeptiker ein für allemal zum Schweigen zu bringen.

Währenddessen sorgten auch Neaera auf der T-Stage für eine Abrissstimmung vom Feinsten. Band und Publikum battelten sich, wer denn nun besser aufgelegt ist, Moshpits, Crowdsurfer sowie eine Wall of Death vom Feinsten prägten das Bild der amtlichen Verwüstung, während sich die Stimmung weiter hochschaukelte und mit Spearheading The Spawn auch schon wieder ihr Ende fand. Fett!

Unterdessen bespielten bereits Trivium als letzte Band des Tages die Main Stage. Mit der neuen Single Silence In The Snow, gefolgt vom Dauerbrenner Down From The Sky wurde bereits ein mächtiger Einstieg in das etwa 80-minütige Set hingelegt. Doch nicht nur die üblichen Trivium-Klassiker wurden zum Besten gegeben, auch weniger bekannte Songs fanden ihren Weg in die Setlist, die jedoch nicht minder gut ankamen, während das dichtgedrängte Bild auf die Zuschauer immer wieder von Moshpits oder gar einer Wall of Death aufgelockert wurde. Sichtlich angetan von der Energie des Publikums, zeigte sich Sänger und Gitarrist Matt Heafy in Plauderstimmung und schwelgte in Erinnerungen an das erste Trivium-Konzert in Deutschland. Ein textsicheres und begeistertes Publikum, das trotz Unwetter und bereits drei Tagen Festival dennoch alles gab, sollte aber nicht weniger gut in Erinnerung bleiben.

Der nächste Abrissauftritt auf der T-Stage um 01:45 Uhr wurde Ihnen präsentiert von Walls Of Jericho. Das Backdrop mit der Aufschrit "Mosh Army" sollte wegweisend für die nächste Stunde werden: Songs wie A Trigger Full Of Promises oder The American Dream ließen die Mosher zur Höchstform auflaufen, während Frontfrau Candace Kucsulain den Abriss von der Bühne aus dirigierte und mit ihrer Live-Präsenz alle Anwesenden beeindruckte.

Nach diesem schweißtreibenden Auftritt war dann aber auch erst mal wieder Schluss, immerhin war es schon kurz vor 03:00 Uhr und der letzte Tag in Dinkelsbühl sollte noch einiges bereithalten.

Fotos via

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