Kataklysm | 23.01.2016


Neues Jahr, neues (Konzert-)Glück. Am vergangenen Samstag durfte nun auch ich endlich in das Konzertjahr 2016 starten und dieser Einstieg hatte es schon ordentlich in sich, denn derzeit rollt die kanadische Death Metal-Walze Kataklysm im Rahmen der Of Ghosts And Gods-Tour durch Europa. Mit dabei: Septicflesh aus Griechenland und die belgische Death Metal/Grindcore/Hardcore Band Aborted. Den Tourstop in der Arena Wien konnte ich mir somit nicht entgehen lassen.

Da es den ganzen Tag über geschneit hatte, verlief die Fahrt zur Konzertlocation nicht ganz reibungslos und ich kam mit etwas Verspätung bei der Arena an, wo der Auftritt der Opener Band Aborted bereits in vollem Gange war. Für die erste Bands des Abends war der große Saal bereits außerordentlich gut gefüllt. Kein Wunder, handelt es sich bei Aborted doch um eine der international erfolgreichsten Extreme Metal Bands, die noch dazu bereits seit 20 Jahren im Einsatz ist. Neben älterem Liedgut präsentierten Aborted an diesem Abend auch Songs ihrer neusten EP Termination Redux, die im letzten Dezember veröffentlicht wurde und live ebenso gut funktionierte. Das etwa 40-minütige Set enthielt auch alles, was man an diesem Abend zum Aufwärmen brauchte: Schlagzeuger Ken Bedene feuerte die Blastbeats nur so ab, Glatzkopf und Chef der Truppe Sven De Caluwe grunzte sich von Song zu Song, während all das mit einer stakkatoartig blitzenden Lichtshow visuell untermalt wurde. Auch Gelegenheiten zum Headbangen gab es bereits zu früher Stunde in Hülle und Fülle - was auch wichtig war, wenn man bedenkt, was den Fans an diesem Abend noch bevorstehen sollte - und gegen Ende der Show kam es sogar noch zu einer ersten kleinen Wall Of Death.

Nur 20 Minuten, nachdem die Belgier wieder die Bühne verlassen hatten, betraten die griechischen Symphonic Death Metaller Septicflesh ebendiese. Für so manchen war bei Ertönen des gewohnt dramaturgischen Intros die angrenzende Bar noch etwas interessanter als die Bühne und kurz hatte ich Sorge, dass die Band nach wie vor viel zu unterschätzt wird. Glücklicherweise füllte sich das Auditorium dann aber doch rasch wieder und war spätestens, als das Quartett War In Heaven anstimmte, wieder gut gefüllt. Belohnt wurde das Publikum dafür mit einer für die Band typischen technisch perfekt dargebotenen Show, absoluter Bühnenpräsenz und einer stimmigen Lichtshow, die Songs wie Pyramid God, Anubis oder das obligatorisch-abschließende Prometheus passend untermalte. Septicflesh stehen zweifelsohne für tadellose und gekonnt inszenierte Shows, wie sie auch in Wien wieder eindrucksvoll unter Beweis stellten. Auf ein baldiges Wiedersehen darf ebenso gehofft werden, denn wie Frontmann Seth ankündigte, sollen bald die Arbeiten für ein weiteres Album mit dem neuen Schlagzeuger Kerim "Krimh" Lechner beginnen.

Eine halbe Stunde später war es dann auch schon wieder Zeit für den Headliner der Death Metal-Herzen, Kataklysm aus Kanada. Mit Breaching The Asylum, dem Opener des neuen Albums, wurde das Set eingeläutet, bevor mit If I Was God... I'd Burn It All bereits der erste Kracher ins Haus stand. Mit diesem Soundgewitter war die Stimmung sofort top, ein erster Pit öffnete sich und der erste Crowdsurfer machte sich auf den Weg Richtung Bühne. Der Evergreen As I Slither wurde schon sehr früh angesetzt und spätestens da gab es dann kein Halten mehr. Kataklysm präsentierten uns an diesem Abend aber nicht nur neue Songs und unabdingbare Evergreens, sondern hatten vor allem für die Oldschool-Fans einige echte Schmankerl in petto. So durfte man sich über Manipulator Of Souls, Where The Enemy Sleeps - das schon über zehn Jahre nicht mehr live gespielt wurde - und Open Scars, das auf dieser Tour Live-Premiere feiert, freuen. Mit einer solchen Song-Bandbreite im Köcher und einem höchst motivierten und gut gelaunten Maurizio Iacono am Mikro, der nicht müde wurde, das Publikum immer wieder anzutreiben, war es auch nicht verwunderlich, dass vor allem in den vorderen Reihen ein stetiger Pit herrschte und die gute Stimmung konstant blieb. Doch da alles einmal ein Ende haben muss, war es nach etwa 80 Minuten mit dem Zugaben-Doppel Iron Will und dem Über-Song Elevate auch schon wieder Zeit zum Abschiednehmen, bevor uns die Kanadier Crippled And Broken wieder hinaus in die Kälte entließen.

Fazit: Das Konzertjahr 2016 startete für mich wieder mal hochkarätig. Die "Of Ghosts And Gods"-Tour ist definitiv sehenswert, Aborted erwiesen sich als perfekt gewählter Opener, Septicflesh stellten ein Mal mehr eindrucksvoll ihre Qualitäten als Liveband zur Schau und auch Kataklysm glänzten mit einem sympathischen, mitreißenden und zufriedenstellenden Auftritt.

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