Rock in Vienna 2016 | Tag 2

Biffy Clyro
Während auf Rock Am Ring weiterhin das schlechte Wetter herrschte und man das Programm bis zum Abend hin unterbrechen musste, durften wir uns am Rock in Vienna auch am zweiten Tag über sonniges und trockenes Wetter freuen. Der Einlass schien nun schon weniger Probleme zu machen als noch am Vortag - zumindest war das am Nachmittag der Fall, denn der offizielle Einlass sollte sich auch an diesem Tag verzögern. Diesmal wurde der Zwischenfall aber zumindest von den Organisatoren auf Facebook kommuniziert; ein Bienenschwarm musste noch übersiedelt werden, ehe die Besucher auf das Gelände konnten. Bei meiner Ankunft lief aber schon wieder alles in geregelten Bahnen ab und so war ich auch wieder recht schnell am Gelände und konnte mir bald die ersten Bands zu Gemüte führen.

Auch heuer stand der Samstag wieder eher im Zeichen der Alternative-Musik und bot so eine kleine Verschnaufpause zwischen den beiden Metal-lastigen Tagen. Die erste Anlaufstelle des Tages, Black Peaks aus Brighton, zählten da ganz eindeutig zu den etwas härteren Kalibern. Am Vortag noch mit den Deftones in London vor ca. 9.000 Leuten gespielt, mussten sie am Rock in Vienna zwar mit der Jolly Roger Stage vorlieb nehmen, ihr Progressive-Post Hardcore kam allerdings gut an. Zu den düsteren Klängen als Kontrastprogramm zum strahlenden Sonnenschein ließ es sich auch im Schatten gut lauschen, während sich im Bereich vor der Bühne immer mehr Schaulustige einfanden. Ihre allererste europäische Festivalshow überhaupt darf gut und gerne unter "gelungen" zu den Akten gelegt werden.

Weit gediegener ging es da bei Graveyard auf der Soulstage zu, deren größtenteils ruhigen Heavy Rock-Klängen man ebenso am besten ganz entspannt im Sitzen lauschte. Da Schatten bei den großen Bühnen aber nach wie vor Mangelware war, hatten die meisten Pech und mussten dennoch in der Sonne brüten. Mit The Siren ging das Set schließlich zu Ende und Royal Republic aus Schweden wurde das Feld überlassen. Die Band brachte, wie immer schick gekleidet und Sänger Adam Grahn sogar im Anzug, aber nicht nur die Mindstage selbst zum Kochen, sondern auch das Publikum zum Tanzen. Von der ersten Sekunde an war hier Vollgas die Devise und so war es für das Quartett ein Leichtes, gute Stimmung in das Areal zu bringen und mit Hits á la Tommy Gun und When I See You Dance With Another das bis dato noch eher gemütliche Publikum aus der Reserve zu locken. Das sympathische und charismatische Auftreten der Gruppe tat schließlich ihr Übriges und Royal Republic wurden schließlich mein Highlight des Nachmittags.

Royal Republic
Auch die Wiener von All Faces Down, die um 17:30 Uhr auf der Jolly Roger Stage aufgeigten, wussten genau, wie man seine Fans auf Trab hält. Nicht nur war der Gig besser besucht als der von so mancher internationalen Band zu früherer Stunde, auch der erste Pit bildete sich bald nachdem die Band um Sänger Lukas Mantsch die Bühne unter lautem Jubel betreten hatte.
Danach war erst mal eine kurze Pause von der Livemusik angesagt. Die Donauinsel ist für eine vorübergehende Auszeit zwischen den Acts natürlich der perfekte Schauplatz. Auch eine Stärkung musste irgendwann her und die war zwar aufgrund des Angebots am Rock in Vienna nicht schwer zu finden, über das Preis-/Leistungsverhältnis lässt sich aber nach wie vor streiten. Wie bereits erwähnt gab es auch bei den Getränkepreisen keine nennenswerten Änderungen, selbst für ein Soda zahlte man noch rund € 3,- exkl. Becherpfand.

Mit Biffy Clyro stand um kurz vor 20:00 Uhr bereits der vorletzte Act auf der Mindstage. Das schottische Trio um den mittlerweile nahezu rundum tätowierten Simon Neil brachte eine ganz besondere Stimmung auf die Insel, während die Sonne langsam am Horizont verschwand. Neben älteren Songs wie Bubbles oder The Captain durften sich die zahlreichen Fans auch über zwei neue Songs aus dem kommenden Album Ellipsis freuen.

Und dann war es soweit, der Headliner, Godfather Of Punk, The Passenger betrat die Soulstage: Iggy Pop. Ganz ohne Pyro-Schnickschnack und aufwändige Kostüme zeigte die alte Lederhaut, dass sie es immer noch faustdick hinter den Ohren hat. Zwar wurden in den ersten nicht mal 20 Minuten bereits Hits wie I Wanna Be Your Dog oder Lust For Life in die Menge gefeuert, das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und sorgte lediglich für sofortige Ausgelassenheit und Bewegung. Auch der King Of Punk persönlich hielt es schwer an einer Stelle aus und fegte unentwegt über die Bühne, während er altes Liedgut und neuere Songs seines letzten Werkes Post Punk Depression trällerte.

Das Ende des Headliner-Konzerts musste aber noch lange nicht das Ende einer noch jungen Samstagnacht markieren. Um die Feierlaune nach den Festival-Tagen weiter aufrecht zu erhalten, hat sich die Rock In Vienna-Crew heuer etwas ganz Besonderes einfallen lassen und sich mit insgesamt 30 Lokalen in Wien zusammengetan, die im Rahmen von Aftershowparties exklusive Specials und Live-Acts oder DJ-Sets zum Weiterfeiern einluden. Ein besonderes Zuckerl, wie es eben doch nur bei einem Stadtfestival möglich ist.

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