And There Come The Wolves 2016 | Tag 1

Sleeping With Sirens
Das And There Come The Wolves Festival in der Ottakringer Arena Wiesen ist eines der brandneuen Arcadia Live-Festivals, die heuer Premiere feierten. Neben Indie-, Hip Hop- und Electro-Veranstaltungen bietet das And There Come The Wolves in der Fülle neu hinzugekommener Festivals auch etwas für Fans der härteren Gangart. Mit Bands aus dem Rock-, Punk- und Hardcore-Bereich weist das "Wolves", wie es liebevoll von Veranstaltern und Besuchern genannt wird, neben dem altbekannten Standort einige Parallelen mit dem abgewanderten Two Days a Week auf. Eine ideale Alternative also für alljene, die nicht auf das jährliche Wiesen-Erlebnis mit der passenden Gitarren-Musik verzichten wollten.

Am vergangenen Montag war es für mich endlich wieder soweit: Nach vier Jahren führte mich meine Festivalroute endlich wieder nach Wiesen im Mittelburgenland. Grund dafür war das And There Come The Wolves Festival, das Rock-Fans in die Ottakringer Arena lockte. Obwohl der erste Festivaltag auf einen Montag fiel, tummelten sich bereits früh viele Festivalbesucher auf und vor dem Gelände. Die Anreise mit Zug und Shuttlebus, der direkt am Bahnhofs-Parkplatz darauf wartete, alle Feierwütigen einzusammeln und zum Gelände zu bringen, verlief reibungslos und die etwas umgestaltete Ottakringer Arena konnte begutachtet werden. Neben der zweiten Bühne, die sich im Stadl des Kerngeländes befand, gab es auch mit dem Wiesen Village am Campingplatz eine Neuerung. Dort wurden, neben weiteren Essens- sowie einem Piercingstand, auch laufend Workshops zu den Themen Siebdruck, vegane Ernährung und Screaming-Grundlagen angeboten.

Nach einem verspäteten Mittagessen, bestehend aus dem obligatorischen Erdbeerspritzer und einer Stärkung aus dem breitgefächerten kulinarischen Angebot, wurde es aber Zeit, das Künstlerangebot am And There Come The Wolves zu begutachten. Der offizielle Startschuss folgte um 14:00 Uhr mit Blackout Problems, erste persönliche Anlaufstelle waren schließlich Ghost Town um 16:10 Uhr. Zwar trauten sich noch nicht allzu viele Zuschauer vor die überdachte Main Stage, das Trio aus Kalifornien wusste jedoch genau, wie es Fans zum Kreischen und zufällig Hinzugekommene zum Tanzen brachte. Der etwa 40-minütige Gig endete für die Band mit viel Applaus und für so manche Zuschauer mit einem Besuch am Merchandise-Stand, um etwas von der neu entdeckten Band zu ergattern.

Auch im Wiesen Village ließ es sich gut entspannen.
Sleeping With Sirens im Anschluss konnten das Auditorium vor der Main Stage zum ersten Mal an diesem Tag beträchtlich füllen. Band wie Fans strotzten nur so vor Motivation und feierten zu Songs wie We Like It Loud und Do It Now Remember It Later eine etwa 50-minütige Party. Weitaus düsterer wurde es um 18:40 Uhr bei Thrice, die ebenfalls auf der Main Stage gastierten. Zwar kam hier sowas wie Partystimmung nicht auf, das Quartett aus Kalifornien zauberte jedoch eine ganz besondere Atmosphäre und versüßte so vielen begeisterten Zuschauern den Spätnachmittag.

Für das Konzert von Fjørt um 20:00 Uhr wurde erstmals an diesem Tag die neu hinzugekommene Second Stage betreten. Der Clou: Da die Second Stage zeitversetzt zur Main Stage bespielt wurde (meist etwa drei Stunden nach dem Startschuss für die Main Stage), kamen höchstens 10- bis 15-minütige Überschneidungen zustande. Allerdings mussten für den Platz der Second Stage die Sitzmöglichkeiten innerhalb des Stadls weichen und wer sich während eines Konzerts dazu entschloss, sich eine Schnitzelsemmel oder Ähnliches zu holen, musste sich bei besonderem Andrang einen Weg durch die Menge bahnen. Bei Fjørt hingegen war dies zwar kein Problem, dennoch durfte sich die Truppe aus Nordrhein-Westfalen über einige Fans und Interessierte freuen und überzeugte mit deutschsprachigem Post-Hardcore.

Für das Konzert von Millencolin versammelten sich Punk-Jünger sämtlicher Generationen vor der Main Stage, um mit ihren Heroen ordentlich zu feiern. Mit Songs wie Ray oder dem unabkömmlichen No Cigar fiel das aber auch nicht sonderlich schwer. Nach über 20 Jahren Bandkarriere wissen die Schweden eben nach wie vor, wie man schweißtreibende Shows auf die Beine stellt und Punk-Herzen höher schlagen lässt. Für den Auftritt von Clutch erfolgte wieder ein Abstecher zur Second Stage, die bereits gut besucht war. Zu recht, denn Clutch erwiesen sich als sehenswerte Band, die ihre Anfänge im Hardcore hatte, mittlerweile aber gekonnt Stoner- und Blues Rock miteinander kombiniert. Die charakteristische Stimme von Sänger Neil Fallon tat ihr Übriges und so ging das Konzert viel zu schnell vorbei.

KMPFSPRT
Mit Enter Shikari, die unterdessen bereits ihr Set begonnen hatten, wurde es wieder hektisch vor bzw. auf der Main Stage. Die Briten um Haupt-Energiebündel Rou Reynolds sind nach wie vor Garanten für wilde, energetische Shows, wie sie auch am And There Come The Wolves eindrucksvoll unter Beweis stellten. Songs wie Destabilise, Radiate und Anaesthetist ließen die Menge tanzen, springen und moshen, während auch die Bandmitglieder allerhand Bühnenakrobatik an den Tag legten. Zudem ließ Rou Reynolds den Namen endlich Programm werden und ließ die Wölfe heulen.

Brechend voll wurde es anschließenden auf der Second Stage. Kein Wunder, hatten sich mit den Donots immerhin altbekannte Gesichter und immer wieder gern gesehene Gäste als Headliner der kleineren Bühne eingefunden. Nach über 20 Jahren Bestehen kann die sympathische Band aus Nordrhein-Westfalen auf ein beachtliches Repertoire an Songs zurückblicken und versorgte seine begeisterten Fans auch am And There Come The Wolves mit einem gelungenen Mix. Besonders viel Jubel gab es für die Gassenhauer Whatever Happened To The 80s und Calling, Stop The Clocks sorgte für einen ganz besonderen Moment und mit dem Twisted Sister-Cover We're Not Gonna Take It wurde ein zufriedenes Publikum in die Nacht entlassen.

Das große Finale des ersten Festivaltages sollte schließlich mit dem Auftritt der Punk-Legenden SUM 41 erfolgen. Vor den heurigen Auftritten am And There Come The Wolves und dem Open Air + Style im Februar war es bereits vier Jahre her, dass sich die US-Amerikaner zuletzt nach Österreich verirrt hatten und entsprechend groß war die Spannung. Die Band um Sänger Deryck Whibley wusste die Wartezeit zu entschädigen und begeisterte das Publikum mit einer langen Liste an Evergreens, auf der sich Songs wie The Hell Song, Over My Head (Better Off Dead) oder Motivation finden ließen. "Motivation" war sicherlich das Motto des Abends, wie begeisterte Fans und eine spielfreudige Band bewiesen. Eine handvoll SUM 41-Anhänger durfte sich außerdem über ein ganz besonderes Erlebnis freuen und die Show vom Bühnenrand aus genießen. Nach dem Zugaben-Trio Still Waiting, Into Deep und Fat Lip hieß es erstmal Luft holen und zufrieden ins Zelt fallen. Wer aber noch genug Energie und Motivation übrig hatte, konnte im Anschluss noch bei der Aftershow Party mit Karaoke Bash auf der Second Stage vorbei schauen und weiter feiern. Danach war aber wirklich Schluss, immerhin galt es, noch einen weiteren Tag im schönen Wiesen zu bestreiten.

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