Alter Bridge | 14.11.2016


The Last Hero heißt der letzte Streich der US-amerikanischen Rock-Formation Alter Bridge, das Anfang Oktober veröffentlicht wurde und Anlass zu einer neuen Tour gab. Derzeit ist die Band um Frontmann Myles Kennedy in Europa unterwegs und machte am vergangenen Montag im Wiener Gasometer Halt.

Wer die lange Schlange am Einlass und die strengen Sicherheitskontrollen erfolgreich hinter sich gebracht hatte, hatte bereits ab 19:30 Uhr die Möglichkeit, den ersten Rock-Klängen zu lauschen. Eröffnet wurde der Abend von den Neuseeländern Like A Storm, die erst im vergangenen Februar zuletzt in Wien zu sehen waren. Auch im Gasometer konnten sie ihren heimischen Fanclub erneut restlos von sich überzeugen. Die Band ist musikalisch im Hard Rock/Metal-Bereich angesiedelt und peppt ihren Sound zusätzlich mit einem interessanten Instrument auf - einem Didgeridoo. Wer der Band anfänglich noch Skepsis entgegen brachte, wurde also bald eines Besseren belehrt. Ein gelungener Einstieg in den Abend, der die Halle trotz früher Spielzeit schon ordentlich füllte.

Mit Living Color stand im Anschluss eine Band auf der Bühne, die Teil der Black Rock Coalition war und zudem zu den Einflüssen von Alter Bridge zählt. Für donnernden Applaus und Jubelrufe sorgte aber nicht nur der eingängige Mix aus Soul und Hard Rock, die Ende der 80er-Jahre gegründete Band wusste das motivierte Publikum auch mit seinen "Fuck Donald Trump"-Sprechchören zu begeistern. Die Tour mit Alter Bridge wurde vor der Wahl angetreten. "Wir wissen nicht, was uns bei unserer Rückkehr erwarten wird", so die Band. Etwa 40 Minuten, zahlreiche Anti-Trump-Parolen, in die die Menge nur zu gerne einstimmte, und Hits wie Cult Of Personality sowie ein abschließendes Cover von Should I Stay Or Should I Go später wurde es aber Zeit, Abschied zu nehmen und auf den Headliner zu warten.

Böse Zungen mögen bei der Gründung 2004 behauptet haben, dass Alter Bridge lediglich Creed mit neuem Sänger wären. Doch hinter Alter Bridge steckt viel mehr, als dieselbe Band mit neuem stimmlichen Aushängeschild. Jahre später gehört die Band längst zu den Speerspitzen des Rock-Genres und läuft noch lange nicht Gefahr, in naher Zukunft ausgedient zu haben. Auch am vergangenen Montag stellte die Formation um die Aushängeschilder Myles Kennedy und Mark Tremonti dies erneut eindrucksvoll unter Beweis. Die 18 Songs umfassende Setlist entlockte Fans jeglicher Altersgruppen verzückte Ausrufe, brachte Haupthaar zum Wehen und strapazierte sämtliche Stimmbänder, wo es ging. Bei einer Setlist, die neben unentbehrlichen Hits auch einige neue Kracher, die ebenso euphorisch angenommen wurden, war das aber auch nicht weiter verwunderlich. Songs wie Broken Wings, Ties That Bind oder Waters Rising schlugen ein wie eine Granate und ließen die Stimmung hochkochen, bewegende Momente gab es bei der Akustik-Darbietung von Watch Over You. Für visuelle Untermalung sorgten eine farbenfrohe Lichtshow sowie eine überdimensionale Videowall, die anstelle eines Backdrops angebracht war. Bis auf ein paar kurze Wortwechsel begnügte sich die Band damit, einen Kracher nach dem anderen abzufeuern. Gegen Ende vollführte Sänger Myles Kennedy dann aber doch die Verwandlung vom "Unnahbaren" zum Fan-nahen. Da wurden Hände geschüttelt, Präsente von Fans entgegen genommen und eine Liebeserklärung an Wien ausgesprochen. Da auch alles Schöne aber bekanntlich irgendwann ein Ende haben muss, wurde es nach etwas mehr als eineinhalb Stunden schließlich Zeit, die Rock-Heroen ziehen und den vermeintlich unbeliebtesten Tag der Woche enden zu lassen. Montagsmüdigkeit? Nicht mit Alter Bridge!

Fazit: Alter Bridge stellten erneut eindrucksvoll unter Beweis, wieso sie zu den ganz großen Helden im Rock-Sektor zählen und noch lange nicht an dem Punkt angekommen sind, ihr Zepter abgeben zu müssen. Eine Band, die vor Kreativität und musikalischer Genialität nur so strotzt, ungeheuer sympathisch ist und uns hoffentlich noch lange mit ausgeklügelten Riffs und mitreißenden Liveshows beglücken wird.

Foto via (c) Amanda Peniston-Bird

Kommentare:

  1. Ich war schon lange auf keinem Konzert mehr.
    Aber Alter Bridge wäre eine Band, die ich mir gerne live ansehen würde. Ich habe ihre Musik immer gerne gehört und finde diesen Beitrag daher wahnsinnig toll :)

    Liebe Grüße Anni

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    1. Hallo Anni,

      vielen Dank für deinen Kommentar, freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt! :) Alter Bridge kann ich dir live nur empfehlen, bisher haben sie mich noch nie enttäuscht. Mit dem neuen Album werden sie sicher wieder länger auf Tour sein, vielleicht findest du da auch mal Zeit für einen Konzertbesuch?

      lg

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