Avenged Sevenfold | 23.02.2017


Am vergangenen Donnerstag wurde Wien siebenfach gerächt: Die Modern Metal Heroen Avenged Sevenfold kamen endlich wieder für ein Konzert in die Hauptstadt. Grund zum Andrang gaben aber auch die mitgebrachten Supportbands Disturbed und Chevelle.

Die einen pilgerten also zum jährlich stattfindenden Opernball, während sich etwa 12.000 Metaljünger zur Modern Metal Massenveranstaltung in der Stadthalle aufmachten, wo Avenged Sevenfold nach über drei Jahren wieder zu einem Headlinerkonzert luden. Los ging das Spektakel zu früher Stunde; die Opener Chevelle standen bereits um 19:20 Uhr in den Startlöchern und wurden von einem bereits zahlreich erschienen, laut jubelnden Publikum in Empfang genommen. Chevelle präsentierten ihren Zuschauern mit Songs wie The Clincher oder Face To The Floor moderne Alternative Rock-Klänge und sorgten für gute Stimmung, großflächige Ausgelassenheit kam allerdings noch nicht auf.

Ganz anders sah das schon bei Disturbed im Anschluss aus. Mit dem Einstiegs-Trio The Eye Of The Storm, Immortalized und The Game wurde schnell deutlich, dass für Fans jeglicher Schaffensphasen der 1996 gegründeten Band etwas dabei war. Die Folge: ausgelassene Stimmung in Form von Jubel, ersten Headbangern und dem ein oder anderen kleinen Pit. Auch die Band zeigte sich gut gelaunt, heizte dem Publikum mit Hits und Feuerfontänen ein und sorgte mit Sound Of Silence und The Light für Gänsehautmomente. Obgleich mir das Konzert in der Stadthalle besser gefiel als ihr Auftritt am Nova Rock, lässt sich wohl nicht leugnen, dass Disturbed eben auch nicht jünger werden. Die Stimmgewalt von David Draiman beginnt in gewissen Tonlagen langsam aber sicher nachzulassen und so eine Liveshow bringt wohl mittlerweile auch sichtbare Anstrengungen mit sich. Dass ihr aktuelleres Liedgut mitunter positiver aufgenommen wurde als Kracher wie 10.000 Fists oder gar Down With The Sickness, kommt nur erschwerend hinzu, dass ihre Tage als Nu Metal-Vorreiter allmählich gezählt sein dürften.

Um 21:45 Uhr war es schließlich Zeit für den Headliner, der unter donnerndem Applaus die Bühne betrat. Zugegeben, der Auftritt von Avenged Sevenfold in Wien stand unter keinem besonders guten Stern. Das Konzert in Stuttgart fand aufgrund der Kehlkopfentzündung von Sänger M. Shadows nur gekürzt statt und wurde zudem durch den tragischen Unfall, in den zwei Bühnenarbeiter involviert waren (einer starb, der andere schwebt in Lebensgefahr), überschattet, die darauffolgende Show in Mailand, die zwei Tage vor dem Wien Konzert geplant war, wurde abgesagt. Auch erschreckend: Bereits kurz nach Beginn zogen die ersten Zuschauer vor allem in den oberen Sitzplatz-Rängen, aber auch im Stehbereich, von dannen (Disturbed-Fans, die die Band durch Ö3 entdeckt haben?). Die Band selbst und tausende andere Fans hielt das aber nicht davon ab, von Anfang an Gas zu geben und eine ausgelassene Metalsause zu feiern. Die Setlist sorgte für einen ausgewogenen Mix aus Altem und Neuem und wusste mit Songs wie Almost Easy, Buried Alive oder God Damn durchgehend zu begeistern.
Trotz cooler Bühnenshow und guter Stimmung vor und auf der Bühne wurden zwischenzeitlich auch etwas ernstere Töne angeschlagen. Sänger M. Shadows, der aufgrund seiner Erkrankung noch nicht wieder ganz auf der Höhe war, seine Sache aber dennoch vorbildlich und sehr gut machte, sprach kurz die Ereignisse in Stuttgart an und widmete den Song Hail To The King ihrer Crew. Emotional, aber schön wurde es dann schließlich mit der Darbietung von Acid Rain, bevor sich das Quintett von der Bühne zurückzog. Sollte es das schon gewesen sein? Nein, wie Avenged Sevenfold nach der Rückkehr bewiesen und mit dem Zugaben-Trio Bat Country, A Little Piece Of Heaven (das den ein oder anderen Zuschauer offensichtlich sogar leicht verstört zurückließ) und Unholy Confessions nachlegte. Eine kurze Verabschiedung, das Verteilen von Setlists und Plektrums und dann war sie wirklich beendet, die Audienz bei den Modern Metal-Königen.

Fazit: Trotz der tragischen Ereignisse Anfang der Woche und der anhaltenden gesundheitlichen Beeinträchtigung von Sänger M. Shadows legten Avenged Sevenfold erneut einen professionellen Auftritt hin, der tausende Fans zu begeistern wusste. Etwas zwiegespaltener ließen da schon Disturbed das Publikum zurück, die ihren Glanz der alten Tage schon etwas verloren zu haben scheinen. Man wird aber eben auch nicht jünger.

Foto via volume.at (c) Daniel Kubera

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