Deftones | 18.04.2017


Ganze zehn Jahre mussten Fans der Nu Metal-Kombo Deftones auf das Ereignis warten, das sich am vergangenen Dienstag im Wiener Gasometer ereignete. Nach einer Dekade verschlug es die Band endlich wieder für eine Headliner-Show in die Hauptstadt, wo der Startschuss für die Gore-Tour fiel.

Eröffnet wurde der Abend von Skyharbor. Bei dem Quintett handelt es sich um eine bunt zusammengewürfelte Truppe mit Mitgliedern aus Neu Delhi, Mumbai und Ohio, die im Progressive Metal zuhause ist und somit - passend zum Headliner - einiges an Abwechslung mitbrachte. Zusammen mit der wunderbaren Stimme von Frontmann Eric Emery und der stimmigen Lichtshow wurde das bereits zahlreich vorhandene Publikum in eine ganz besondere Atmosphäre gehüllt. Ein eher ruhig gehaltener Auftritt mit zeitweiligen temporeichen Prog-Einschüben, die gegen Ende immer weiter zunahmen und so für ein fulminantes Ende und eine stimmige Überleitung zum Headliner sorgten.

Im April 2007 waren die Deftones zum letzten Mal in Wien zu sehen. Zwar gastierten sie erst im letzten Juni in Nickelsdorf und waren zwischendurch auch in Wiesen zu sehen, dass die Zeit zwischen ihren letzten beiden Headliner-Konzerten aber eindeutig zu lange war, merkte man am vergangenen Dienstag mehr als deutlich. Als die Band nach halbstündiger Umbaupause die Bühne betrat, entlud sich die aufgestaute Spannung umgehend in springender Ekstase. Gute 100 Minuten sollte das Spektakel dauern, das neben unentbehrlichen, zum Schwitzen bringenden Hits wie Be Quiet And Drive (Far Away), My Own Summer (Shove It), Rosemary oder Swerve City auch einige Setlist-Raritäten bereithielt. So wurden, zur großen Freude der begeisterten Fans, auch unter anderem Minus Blindfold oder Teething zum Besten gegeben, die beide schon zehn Jahre nicht mehr live gespielt wurden. Fliegende Haare, strapazierte Sprunggelenke und tobende Pits zogen sich durch das komplette, bunt durchmischte Set und riefen bei der ohnehin schon hochmotivierten Band noch mehr Spielfreude hervor. Wie geschätzt das vielseitige Schaffen der Deftones wird, zeigte sich dann im Zugabenteil ein letztes Mal deutlich. Geboten wurden mit Prayers/Triangles aus dem Tour-Namensgeber Gore und Rocket Skates zwei neuere Songs, die ebenso begeistert aufgenommen wurden, bevor die Band die Bühne verließ, das Licht wieder anging und die Hintergrundmusik vom Band einsetzte. Was blieb, waren schwitzende Leiber, erschöpfte, aber mindestens genauso glückliche Gesichter, eine zufriedene Band und die Gewissheit, dass die Deftones es auch nach fast 30 Jahren Bestehen noch verstehen, eine Nu Metal-Party vom Feinsten zu schmeißen.

Fazit: Dass die Deftones in Wien schmerzlich vermisst wurden, zeigte sich am vergangenen Dienstag geradezu überdeutlich. Aufgrund des äußerst gelungenen Konzerts und der Motivation von Band und Fans bleibt nur zu hoffen, dass das nächste Headlinerkonzert nicht wieder zehn Jahre Wartezeit voraussetzt.

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