Korn | 03.04.2017


Korn sind zwar oft anzutreffende Gäste auf heimischen Festivalbühnen, seit ihrer letzten Headlinershow in Wien sind aber tatsächlich schon einige Jahre ins Land gezogen. Langsam wurde es also wieder Zeit und die Nu Metal-Heroen schnürten ein Tourpaket, das wohl so ziemlich jeden Fan die lange Wartezeit vergessen lassen würde. Niemand Geringere als Heaven Shall Burn und Hellyeah waren auf großer The Serenity Of Suffering-Tour dabei und mischten das Publikum schon im Vorfeld ordentlich auf. Der vorletzte Tour-Stopp auf europäischem Boden erfolgte am gestrigen Montag im Wiener Gasometer.

Beim Opener Hellyeah verhält es sich ganz ähnlich wie mit Korn: Zwar waren die US-Amerikaner in letzter Zeit öfter auf heimischen Festivals anzutreffen (z.B. See Rock und Rock in Vienna), zu einem Indoor-Konzert kam es allerdings noch nie. Dem Großteil der Zielgruppe des Abends durfte die Band aufgrund der genannten Festival-Auftritte aber schon geläufig sein und entsprechend lautstark fiel die Begrüßung aus, als Frontmann Chad Grey und seine Mannen die Bühne betraten. Bereits zu Beginn um kurz vor 20:00 Uhr war die Halle brechend voll und die Luft heizte sich zunehmend auf, Songs wie Demons In The Dirt oder Sangre Por Sangre wurden ordentlich abgefeiert und brachten erste kleinere Pits zustande. Obwohl die Supergroup definitiv zu begeistern wusste, erlebte ich den Auftritt von Hellyeah als ihren bisher schwächsten. Mag es am äußerst mäßigen Sound liegen oder doch an der Songauswahl, die bei einem 30-minütigen Slot natürlich knapp bemessen war, mit nur zwei vertretenen Alben aber doch etwas wenig Abwechslung bot - irgendwie wollte der Funke diesmal nicht so ganz überspringen. Vielleicht gefallen sie mir auf einer Festivalbühne aber auch einfach besser.

Nach der erfolgreichen Aufwärmphase erfolgte mit Heaven Shall Burn - wie könnte es auch anders sein - der erste große Abriss. Erst im vergangenen September in kleinem Club-Rahmen zu Gast, verschlug es die sympathischen Thüringer gestern erneut in die Hauptstadt. Schon etwas zu viel des Guten? Nicht, wenn es nach den Fans geht, die das Quintett gewohnt lautstark in Empfang nahmen und umgehend Bewegung in die Sache brachten. Songs wie Hunters Will Be Huntered, Combat oder Endzeit sorgten wie gewohnt für Pits, Wall Of Deaths, Headbanger und Crowdsurfer und selbst der befürchtete Soundmatsch blieb aus. Da Frontmann Marcus Bischoff aus gesundheitlichen Gründen eigentlich gar nicht erst hätte auftreten sollen, gab es diesmal aber nur ein verkürztes Set. Großer Respekt dafür, trotz Fieber und Schwindel dennoch auf die Bühne zu gehen und eine solche Performance hinzulegen!

Nach fast sieben langen Jahren war es um 22:00 Uhr endlich soweit: Korn enterten die Bühne nach einigen hiesigen Festivalauftritten endlich wieder im Rahmen eines Hallen-Konzerts. Wie notwendig es schon war, der langen Durststrecke endlich ein Ende zu setzen, machte sich bereits in den ersten Sekunden bemerkbar. Kaum ging das Licht aus, war die Halle erfüllt von lauthalsem frenetischem Jubel und der Startschuss für eine Nu Metal-Party par excellence fiel mit dem Hit Right Now. Selbstredend war die Setlist wie immer gefüllt mit Evergreens wie Coming Undone, Shoots And Ladders oder Blind, nicht zuletzt aufgrund der Tour fanden aber natürlich auch neue Kracher wie Insane oder Rotting In Vain ihren Weg in das Set. Crowdsurfer, Headbanger, Moshpit-Aufmischer oder sich sonst in irgendeiner Art und Weise bewegende Fans zeichneten das Bild bei ausnahmslos jedem Song in der brechend vollen Halle. Dass das schweißtreibende Konzert nicht ohne Folgen blieb, merkte man an der zunehmend stickigen Luft und den immer wieder aufsteigenden Heißluft-Schwaden. Vor allem männliche Konzertbesucher hatten sich in kürzester Zeit ihrer Oberteile entledigt. Letztendlich zeugte das jedoch nur davon, dass Korn ein Mal mehr ein sehenswertes Konzert hinlegten und in Wien definitiv schmerzlich vermisst wurden.

Fazit: Die Serenity Of Suffering-Tour bot Fans von Old School- wie moderneren Metal-Klängen auch in Wien ein sehenswertes Konzert. Besonders die üblichen Soundprobleme im Gasometer sowie die vor allem gegen Ende fast schon unerträglichen Temperaturen führten letztendlich allerdings doch dazu, dass ich den Abend leider nicht ganz so genießen konnte wie erhofft.

Foto via (c) David Bitzan

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