Ghost Bath | 07.06.2017


Der Sommer hat offiziell Einzug in Wien gehalten. Während die einen das warme Wetter in Parks, Cafés oder an der Donau genossen, machten sich Freunde des depressiven (Post) Black Metals am vergangenen Mittwoch auf in den Viper Room. Dort zu sehen: Ghost Bath, die sich derzeit auf Starmourner-Tour befinden, mit Support.

Als die Sonne am Horizont zu verschwinden begann, starteten die Opener King Apathy, die bis vor Kurzem noch unter dem Namen Thränenkind aktiv waren, mit ihrem Set. Dass die Bands an diesem Abend nicht mit einem vollen Haus rechnen konnten, zeigte sich bereits zu Beginn. Nur langsam nahm die Zuschaueranzahl vor der Bühne zu, die wenigsten wagten sich unmittelbar vor die Bühne. Die Post Metal-Formation aus der Nähe von München erzeugte aber während ihres halbstündigen Sets mit einem gekonnten Zusammenspiel aus aggressiven Parts und technischen Feinheiten genau die richtige Atmosphäre, um den Großteil der Anwesenden in ihren Bann zu ziehen und bekam durch vereinzelte Headbanger, hauptsächlich jedoch durch Applaus, die gebührende positive Resonanz.

Für Heretoir, deren letztes Wienkonzert gut drei Jahre zurücklag, füllte sich der Zuschauerbereich ein wenig mehr auf etwa die Hälfte, mehr sollten es an diesem Abend nicht werden. Auch hier wurde das Publikum Zeuge einer Band, die ihre Hingabe zur Musik offen zur Schau trug und eine düster-melancholische Post Black Metal-Soundwand auffuhr. Zum Besten gegeben wurden hauptsächlich Songs aus dem kürzlich erschienenen Album The Circle, doch auch ältere Werke á la Graue Bauten fanden ihren Weg in die Setlist und wurden nicht minder begeistert aufgenommen. Heretoir sind auch live ein absolutes Klangvergnügen, sodass auch dieser Auftritt viel zu schnell vorbei ging.

Nach einer weiteren etwa 20-minütigen Unterbrechung wurde es schließlich Zeit für die Headliner Ghost Bath, die zuvor erst ein Mal in Österreich zu sehen waren und am vergangenen Mittwoch erstmals in Wien gastierten. Auch die Formation aus den USA ist ein Experte im Depressive-Bereich und sorgte für einen ergreifenden Abschluss dieses genialen Abends, der das Publikum in ihren Bann zog. Mit Golden Number erfolgte schließlich das grande finale, das nochmal für einen ganz großen Gänsehautmoment sorgte, während die Band gegen Ende einer nach dem anderen die in schummriges Licht getauchte Bühne verließ und die Klavierklänge vom Band das Ende des Konzerts einläuteten, ehe man mit einem Schlag wieder in die Wirklichkeit katapultiert wurde.

Fazit: Dass Black Metal auch in den Sommermonaten funktioniert und für eine einzigartige Atmosphäre sorgt, stellten Ghost Bath, Heretoir und King Apathy eindrucksvoll zur Schau. Ein Abend, der durch diese drei grandiosen, sich stilistisch optimal ergänzenden Bands kaum besser hätte verlaufen können und ein Paradebeispiel dafür, dass sich die wirklich großartigen Konzerte oftmals in kleiner Location vor weniger Publikum abspielen.

Foto via

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