Man Must Die | 28.04.2018


Hin und wieder muss es einfach mal wieder sein: ein gepflegtes Death Metal-Konzert, wie es im Buche steht. Zugegeben, jenes Sub-Genre, das ich vor allem zu Anfangszeiten jedem anderen vorgezogen habe, habe ich in den letzten ein, zwei Jahren schon nahezu stiefmütterlich behandelt. Woran das genau lag, kann ich eigentlich gar nicht sagen. Vielleicht brauchte ich einfach mal eine kleine Pause davon, vielleicht fehlte mir aber auch einfach eine neue, richtig gute Entdeckung. Die dürfte mit Man Must Die Anfang des Jahres aber definitiv gefunden worden sein und so war es natürlich klar, das nächste Wien-Konzert der Briten zu besuchen.

Man Must Die sind regelmäßige Gäste im Escape Metalcorner, daher fand auch das Konzert am Samstag natürlich wieder dort statt. Gestartet wurde um 20:15 Uhr mit der heimischen Band Dayum, die mit Dark Souls im Herbst ihr Debüt veröffentlichten. Geboten wurde hier abwechslungsreicher Metal, der zwar nicht jedermanns Sache sein wird, den Abend im Escape aber stimmig einläutete. Mit Grizsmo stand im Anschluss eine weitere österreichische Band auf der Bühne. Die Formation feierte erst im letzten Juli ihr Live-Debüt, war seither schon auf einigen Events zu sehen und ließ Grindcore-Herzen auch im Escape höher schlagen.

Dawn Of Disease bildeten da schon fast einen musikalischen Ausreißer. Typisch Deutsch, enterten die Osnabrücker um 22 Uhr überpünktlich die Bühne und präsentierten dem rasch wachsenden Publikum ausgezeichneten Melodic Death Metal. Frontmann Tomasz wurde seiner Anheizungsversuche nicht müde und konnte gar nicht genug von der Begeisterung bekommen, die das Publikum der Band bei Songs wie Ashes oder Catacombs entgegenbrachte. Ascension Gate ist der langsamste Song der Band und war zur "Entspannung" gedacht bzw als "Vorspiel" zum darauffolgenden Song Knife vs Flesh. Wie richtig erkannt wurde, kam der dazu passende Circle Pit nicht zustande, dafür wurde zumindest das Haupthaar ordentlich geschüttelt. Trotz Zuspruch begann sich der Raum im letzten Drittel des Sets jedoch allmählich wieder zu leeren. So manchem Besucher waren die Osnabrücker an diesem Extreme Metal-Abend wohl einfach zu melodisch.

Mit Man Must Die standen ab 23:10 Uhr die Zeichen auf Abriss; der Konzertraum war nun um die Hälfte gefüllter als noch zuvor bei Dawn Of Disease. Auch die Temperatur stieg stetig an, als sich zu Songs wie Antisocial Network, Sectarian oder Kill It, Skin It, Wear It immer wieder kleinere Pits bildeten und die Matten wieder zu kreisen begannen. Das Publikum hatte sich seine Energie offensichtlich für die Hauptattraktion aufgespart, die es ihnen entsprechend dankte und unablässig dankbare Worte an die Fans richtete. Man Must Die präsentierten mit etwa 60 Minuten Spielzeit ein relatives kurzes, aber knackiges und vor allem intensives Set, das die zufriedenen Fans in die warme Sommernacht bzw. zum Abschluss des Abends an die Bar entließ.

Foto via (c) Martin Reznik / Escape Wien

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