pg.lost | 22.05.2018


Während am Dienstag in der großen Halle der Arena Steaming Satellites für ein ausverkauftes Haus sorgten, gab ich mich den Post Rock-Klängen von pg.lost im angrenzenden DreiRaum hin. Die Band befindet sich zurzeit im letzten Zirkel ihrer Versus-Tour und legte in Wien den vierten Stopp dieser hin.

Im Vorprogramm war das Wiener Duo le_mol anzutreffen, das ebenfalls im Post-Bereich angesiedelt ist und erst kürzlich eine erfolgreiche Releasetour zu ihrem aktuellen Album Heads Heads Heads absolvierte. An diesem Abend waren sie jedoch nicht durchgehend zu zweit zu sehen, sondern hatten für vereinzelte Songs Unterstützung von einem Saxofonisten. Die Band zog alle Anwesenden mit ihrem einzigartigen Sound in den Bann und sorgte für andächtiges Lauschen, vereinzelt selbstvergessene Tanzbewegungen und stürmischen Applaus am Ende des Auftritts. Da le_mol nicht an das Konzept einer Zugabe glaubten, blieb es bei der geplanten Setlist, das Publikum war aber dennoch sichtlich zufrieden mit dem Dargebotenen.

Die Headliner pg.lost wussten diese Begeisterung schier zu toppen. Unter regem Applaus wurde die kleine Bühne um kurz vor 22:00 Uhr von den Schweden betreten und die Band zeigte umgehend, wieso sie zu den Größen des Post Rock-Genres zählen. pg.lost verstehen es, das Publikum in eine atmosphärische Klangdecke einzuhüllen und boten einen steten Mix aus ruhigen, verträumten Klängen und darauffolgenden, durch den Umschwung fast schon brachial anmutenden Gitarrenwänden, die das Publikum abwechselnd verträumt die Augen schließen oder eifrig mitnicken bzw. sich tänzerisch zu Songs wie Off The Beaten Path oder Ikarus bewegen ließ. Die eingestreuten Harmony-Vocals von Bassist Kristian Karlsson waren zwar leider etwas zu leise eingestellt, weshalb sie drohten, ein wenig unterzugehen, das tat Begeisterung und Atmosphäre aber keinen Abbruch. Unterbrochen wurde das Spektakel nur von kurzen Pausen, in denen Gitarrist Gustav Almberg das Wort an die Zuschauer richtete und sich gern an das erste Wien-Konzert vor zehn Jahren erinnerte. Der Schlussakt wurde mit dem Ekstase hervorrufenden Terrain eingeläutet, ehe das Konzert mit Weaver und nach einer guten Stunde Spielzeit einen berührenden Abschluss fand.

Foto via (c) Linn Koch-Emmery

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