Abbath | 10.09.2018


Schon viel zu viel Zeit ist seit meinem letzten Konzert verstrichen, am vergangenen Montag war es dann aber endlich wieder soweit. Im Zuge meines Städtetrips nach Budapest besuchte ich auch das Konzert von Abbath. Das musikalische Aufgebot und die gewählte Location versprachen bereits vorab einen interessanten Abend.

Die Location A38 Hajó war von unserer Unterkunft aus gut mit der Straßenbahn zu erreichen, das letzte Stück musste dann zu Fuß bewältigt werden, da sich die Location nicht zu Lande befindet, sondern zu Wasser. Richtig, hierbei handelt es sich um ein Schiff, das als Restaurant, Club und Austragungsort für Konzerte fungiert und heuer 15-jähriges Jubiläum feiert. Der Kontrast, der sich hier an einem Extreme Metal-Abend auftun kann, wurde uns sofort überdeutlich. Bei Betreten des Schiffs schlug uns Lounge-Musik entgegen, im Restaurant saßen die Gäste in feiner Abendgewandung. Waren wir überhaupt richtig? Absolut, wie sich nach Scanning der Tickets und Anlegen der Bändchen herausstellte, als wir durch die Stufen in die untere Etage gelangten. Hier wurden wir von Death Metal-Musik vom Band und den ersten Konzertbesuchern begrüßt. Das Schiff ist wirklich eine einmalige Kulisse und vom Deck aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Donau und die Stadt, die langsam in der Dämmerung verschwand. Nach einer Weile mussten wir uns aber von diesem schönen Anblick losreißen, denn eine Etage weiter unten sollte sich bald die erste Band einfinden.

Um 20.00 Uhr begann der Supportact Baest aus Dänemark mit einer gehörigen Portion Oldschool Death Metal. Die erst 2015 gegründete Band spielte bereits in ihrem ersten Jahr über 40 Shows und war schon im Vorprogramm von Größen wie Illdisposed oder Hatebreed sowie auf diversen Festivals zu sehen. Für Baest war Budapest der letzte Stop der Tour. Müdigkeitserscheinungen wurden aber zu keiner Zeit deutlich, die Band gab von Anfang an Vollgas und bot mit mächtigen Riffs jede Menge Gelegenheiten zum Haupthaar schütteln. Untermalt wurde das Ganze noch von diversen witzigen Gesichtsentgleisungen der Bandmitglieder. Eine Death Metal-Show allererster Güte!

Gegen 22.10 Uhr wurde es auch schon Zeit für den Headliner Abbath. Mittlerweile war das Auditorium brechend voll und entsprechend lautstark wurden die vier Musiker willkommen geheißen. Die Meute war sofort in Feierlaune, Moshpits bildeten sich quasi von selbst und die Nacken wurden reihenweise strapaziert. Abbath selbst unterhielt in gewohnter Spaß-Manierr und servierte mit Songs wie Ashes Of The Damned, All Shall Fall und One By One erneut eine gelungene Mischung aus Eigenkreationen und Liedgut aus alten Immortal-Tagen. Wie sympathisch und nahbar Abbath tatsächlich ist, zeigte sich nochmal am Ende des Auftritts überdeutlich. Als der Rest der Band schon die Bühne verlassen und das Outro eingesetzt hatte, schüttelte Abbath weiterhin brav Hände, holte sogar zwei Fans im charakteristischen Corpsepaint auf die Bühne und ließ sie vom Publikum bejubeln, bevor es noch eine Umarmung und ein Selfie für die beiden gab. Nicht nur im Black Metal-Bereich ein seltenes Bild, das einem jedes Mal das Herz erwärmt. Black Metal muss eben nicht immer so ernst und bitterböse sein, wie unser beliebter betrunkener Onkel Abbath jedes Mal aufs Neue unter Beweis stellt.

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