Monuments | 15.10.2018


Kann man besser in die neue Woche starten als mit der Aussicht auf einen genialen Progressive-Konzertabend? Ich denke nicht. Daher verschlug es mich am Montag in die Arena, wo sich Monuments und Vola inklusive hochkarätigem Support angekündigt hatten. Die Show hatte ein wenig was von Release-Party, da alle vier auftretenden Bands erst kürzlich neues Material veröffentlicht haben.

Trotz der immensen Vorfreude schaffte ich es leider doch nicht ganz pünktlich zur ersten Band und bekam vom Opener Atlas, deren Erstlings-LP Primitive erst Anfang Oktober erschien, noch etwa die Hälfte des Sets mit. Das Quintett aus Nokia, Finnland, betitelt ihren Sound selbst als Northcore; der Name war definitiv Programm. Geboten wurde moderner Metalcore, der trotz früher Stunde für Andrang sorgte und die kleine Halle der Arena auf Betriebstemperatur brachte.

Auch für die aus Frankreich stammende Formation Kadinja füllte sich das Auditorium ordentlich - was allerdings nicht unbegründet war, wie sich nach kürzester Zeit zeigen sollte. Nach anfänglichen kleinen Schwierigkeiten beim Soundcheck gaben Kadinja eine dynamische Djent-Vorstellung mit Gitarren-Gefrickel, garstigem Gekeife und lieblichen Clean Vocals zum Besten und zogen damit von Anfang an in ihren Bann. Ein rundum begeisternder Auftritt, der viel zu schnell vorbei ging. Als einziges Manko soll lediglich das doch etwas zu enthuastisch zum Einsatz gebrachte Stakkato-Blitzlichtgewitter erwähnt werden, das teilweise keinen anderen Effekt erzielte, als zu blenden. Glücklicherweise ist Augen schließen und sich so ganz der Musik hingeben keine schlechte Alternative.

Trotz hochkarätigem Line Up und starker Vorhut galt meine größte Vorfreude meinem Headliner der Herzen: Vola, die für 21.15 Uhr auf den Plan gerufen wurden. Die Bezeichnung "Sirenen", die Monuments-Frontmann Chris Barretto bei deren Gig im Zuge seines kurzen Rückblicks des Abends für Vola gebrauchen sollte, traf auf die Dänen eindeutig zu. Mit ihrem letzte Woche erschienenen Album Applause Of A Distant Crowd wagten sich die Kopenhagener in eher ruhigere Gefilde und brachten vermehrt Elektro-Klänge zum Einsatz. Verglichen mit dem Vorgänger Inmazes noch etwas ungewohnt, fügten sich die Songs live aber umso besser zusammen. Ghosts beispielsweise, das live deutlich druckvoller daher kam, reihte sich perfekt in die Riege der Evergreens wie Starburn oder dem Abschlusssong Stray The Skies, der das Publikum zum lauthalsen Mitsingen verleitete. Ein erneut perfekter Auftritt einer herausragenden Band, deren Stagetime viel zu schnell ihr Ende fand.

Ob die Headliner Monuments mich da überhaupt noch annähernd packen konnten? Und wie! Die Djent-Vorreiter zeigten erneut, wieso sie zu den wichtigsten Vertretern des Genres gehören und überzeugten mit einer gewohnt saitenstarken Performance, fettem Sound und beeindruckendem Stimmspektrum von Frontmann Chris Barretto. Perfekt, um sich den letzten Rest überschüssiger Energie aus dem Leib zu schütteln. So eröffnete das anfangs auf Meshuggah-Pfaden wandelnde Empty Vessels Make The Most Noise den Circle Pit, Chris nahm ein Bad in der Menge, mit Songs wie Mirror Image oder Hollow King gab es neues Material vom kürzlich erschienenen Album Phronesis und mit dem Rausschmeißer Degenerate kam schließlich noch eine amtliche Wall Of Death zustande. Damit ging ein Progressive-Abend, wie er im Buche steht, viel zu schnell zu Ende.

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