Ghost Bath | 17.11.2018


Einer der letzten Stopps im Zuge ihrer Luminescence-Europa Tour führte die Depressive Post-/Black Metaller Ghost Bath am Samstag in den Escape Metalcorner. Schon der Support vorab konnte sich sehen lassen.

Um 20.30 Uhr wurde der Abend von Møl, die Ghost Bath über die komplette Tour hinweg unterstützten, eröffnet. Mit dem Einstiegssong Storm zogen mich die Dänen ab der ersten Sekunde in ihren Bann. Mit wunderschönen Instrumentals, einem langgezogenen Schrei von Frontmann Kim Song, der durch Mark und Bein ging, und einer perfekt dazu passenden blitzenden Lichtshow zum Auftakt konnte man aber auch nicht viel falsch machen. Selbiges Bild sollte sich durch den kompletten Gig ziehen; das Bühnenbild wechselte regelmäßig von schwacher Belichtung, sodass die fünf Musiker nur schemenhaft zu erkennen waren, zu blitzender Überbelichtung, die die temporeicheren Songstellen perfekt untermalten. Frontmann Kim Song gab sich redlich Mühe, das leider doch etwas rar gesäte Publikum mitzureißen, beugte sich regelmäßig über den Bühnenrand und performte sogar kurzzeitig im Zuschauerbereich. Die Resonanz beschränkte sich zwar hauptsächlich auf andächtiges Lauschen und Applaus, den erste Wien-Gig können Møl aber trotzdem als erfolgreich zu den Akten legen.

Etwa 30 Minuten später begannen Ghost Bath, die an diesem Abend erst zum zweiten Mal in Wien spielten, mit ihrem Set. Auch diesmal bereiteten uns die Amerikaner, die zu den Speerspitzen im Depressive-Bereich zählen, einen einnehmenden Auftritt. Obwohl Sound, Setlist und Bühnenpräsenz auch diesmal überzeugten, gibt es von meiner Seite doch etwas zu bemängeln. Diesmal wurde Golden Number, das beim letzten Mal noch als Abschluss-Song fungierte, bereits nach dem Opener zum Besten gegeben, wodurch die wunderbaren, Gänsehaut erzeugenden Klavierklänge vom Band diesmal nur kurz angespielt wurden, was ich sehr schade fand. Ghost Bath sind zwar eine Band der Sorte "auf die Bühne kommen, spielen und wieder gehen, ohne ein Wort mit dem Publikum zu wechseln", jedoch war der Abschluss des Konzerts ziemlich abrupt. Ghost Bath legten ihre Instrumente nieder, verließen den Konzertraum und man wartete darauf, dass sie durch die Backstage-Tür wieder zurückkommen würden. Nachdem nach einer Minute jedoch jemand von der Crew damit begann, die Becken am Schlagzeug abzuschrauben und die Lichter kurz darauf wieder angingen, wurde allen bewusst, dass das Konzert tatsächlich schon zu Ende war. Sehr schade, da Ghost Bath laut Timetable eigentlich noch zehn Minuten übrig gehabt hätten.

Fazit: Ghost Bath stellten mit ihrer tadellosen Performance ein Mal mehr unter Beweis, wieso sie zu den Vorreitern des Genres gehören. Das abrupte Ende des Konzerts gefiel jedoch weniger. Auch Møl legten einen perfekten Auftritt hin und stellten sich für mich als geniale Neuentdeckung mit "Wow"-Faktor heraus. Unbedingt nochmal.

Foto via

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