TesseracT | 21.11.2018


Es wird Winter in Wien. Die eingezogene Kälte hielt Progressive-Enthusiasten aber nicht davon ab, am Mittwoch ins Flex zu pilgern. Dort hatten sich mit TesseracT, Between The Buried And Me und Plini gleich drei interessante Bands eingefunden, die sich zurzeit auf gemeinsamer Sonder-Tour befinden.

Bereits die Opener Plini, die um 19.30 Uhr begannen, blickten auf ein nahezu brechend volles Auditorium. Frontmann und Kopf des eigentlichen Soloprojekts, der Australier Plini Roessler-Holgate, führte mit Leichtigkeit durch das Set und unterhielt das Publikum auch in den kurzen Songpausen bestens, sodass sich sofort eine entspannte Atmosphäre einstellte - die durch die Beleuchtung in gedeckten Farben noch verstärkt wurde - und zum andächtigen Lauschen und vereinzelt leichtem Mitwippen verleitet wurde. Songs wie Handmade Cities oder Cascade kamen gut an und ließen die halbstündige Spielzeit wie im Flug vergehen. Mit Between The Buried And Me im Anschluss wurde es da schon weit brachialer. Die Band aus North Carolina überraschte mit einem etwas verfrühten Beginn ihres Sets und sorgte mit The Proverbial Bellow und The Coma Machine direkt für einen Einstieg, der dem Publikum reihenweise Jubelrufe entlockte. Sonderlich viel Bewegung kam zwar nicht in die Sache, das hatte aber wohl auch der wenige Platz vor der Bühne teilweise zu verschulden. Dennoch genossen die Fans das Set, das mit Voice Of Trespass auch eine Jazz-Swing-Passage beinhaltete, sichtlich.

Ein wenig musste man dann ausharren, doch um 21.25 Uhr war es schließlich Zeit für das große Finale mit TesseracT, das es wahrhaft in sich hatte. Im einen Moment noch abgedunkelt, erstrahlte die Bühne plötzlich in gleißendem Licht und die Band legte mit dem neuen Song Luminary aus dem aktuellen und Anlass zur Tour gebenden Album Sonder los. TesseracT sind in ihrem Tun absolute Profis, das machten sie in jeder Sekunde ihres Auftritts deutlich. Ein glasklarer Sound und eine perfekt auf die Songs abgestimmte Lichtshow untermalten die gut gemischte Setlist perfekt. Auch der Band beim Spielen zuzusehen war eine helle Freude. Gitarrist Amos Williams schwebte barfuß und schon nahezu tänzerisch über die Bühne, Frontmann Daniel Tompkins gab genau auf die Songs abgestimmte Posen zum Besten und wirkte, als hätte er sie eigenes ein choreographiert. Letzterer stellte die komplette Bandbreite seines Stimmspektrums eindrucksvoll zur Schau und versetzte das Publikum, das mit zahlreichen Jubelrufen und donnerndem Applaus reagierte, damit in Staunen. Neben vereinzelten Headbangern und strahlenden Gesichtern zeigte sich das Publikum auch sehr textsicher und unterstützte Tompkins bei Songs wie Of Mind - Nocturne oder Hexes lautstark. Da wurde sogar die mittlerweile schon fast erdrückende Stickigkeit im Konzertsaal vergessen. Zum letzten Song Concealing Fate, Part 1: Acceptance kam schließlich noch ein kleiner Pit zustande, ehe die gleißende Bühnenbeleuchtung nach etwa 80 Minuten erlosch und das Publikum in die kalte Winternacht entlassen wurde.

Foto via (c) Kyle Gaddo

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