Kreator | 12.12.2018


Für kurz vor Weihnachten wurde für Metal-Fans noch ein ganz besonderes Tour-Package geschnürt. Die Thrash-Legenden Kreator luden zur European Apocalypse-Tour und brachten hochkarätigen Support mit, bei denen für wirklich jeden Fan schneller Gitarrenklänge etwas dabei war.

Ich verwende bei Openern ja oft die Phrase der frühen Stunde, so früh wie am Mittwoch war ich aber wirklich selten auf einem Konzert. Einlass war bereits um 17.00 Uhr, eine Stunde später stand mit Bloodbath auch schon die erste von insgesamt vier Bands auf der Bühne. Für Berufstätige bei einem Konzert unter der Woche also nicht die optimalsten Voraussetzungen, dennoch war im Auditorium schon einiges los und Death Metal-Fans genossen nicht nur ein kurzweiliges, sondern tatsächlich kurzes Set der Urgesteine. Nach 30 Minuten wurde überraschenderweise schon Eaten angestimmt, für eine Band von diesem Bekanntheitsgrad kam mir das Set trotz hochkarätigem Line-Up doch etwas kurz geraten vor.  

Hatebreed im Anschluss wussten diese Verwunderung aber wieder wettzumachen und brachten erstmals Partystimmung in den Gasometer. Frontmann Jamie Jasta wurde nicht müde, das Publikum anzustacheln und sich mit diesem zu unterhalten. Die Menge ging begeistert mit und ließ sich von Krachern wie Doomsayer, This Is Now und natürlich Destroy Everything nur zu gern mitreißen. Junge Fans und ältere Semester trafen - teilweise Oberkörper frei - im Pit aufeinander, Mähnen peitschten sich gegenseitig zum Hardcore-Geknüppel der Amerikaner. Das Ganze artete allerdings nicht in reines Testosteron gesteuertes Geprügel aus, auch einige Frauen waren in den Untiefen des Pits vorzufinden. Etwa 40 Minuten ging das Konzert, bevor sich die Band überschwänglich bedankte und verabschiedete, jedoch nicht ohne das Versprechen, bald wieder zu kommen. Wer dem Konzert als Ersatz für die Verlegung des Hatebreed-Gigs nach Graz beigewohnt hatte, wurde definitiv entschädigt.

Mit den Norwegern Dimmu Borgir ging es ab 20.10 Uhr nicht ganz so wild zu, dafür wurde hier mehr Show geboten. Nebel, Rauchfontänen und Blitzlichtgewitter prägten das Bild, während die Corpsepaint tragende Band unter langen Kapuzenmänteln poste und dem Publikum ein abwechslungsreiches Set kredenzte. Songmaterial á la Interdimensional Summit aus dem im Mai veröffentlichten Album Eonian sorgte ebenso für Hochgefühle wie Klassiker á la Puritania und Mourning Palace. Die Kombination aus Black Metal und Klassik-Elementen wusste die Menge auch live zu überzeugen und die düster-dramatische Darbietung ließ die Zeit wie im Flug vergehen.

Etwa 35 Minuten später war es schließlich Zeit für den Headliner. Während der Umbaupause wurde die Bühne von einem Vorhang verdeckt, auf selbigen wurde dann das Intro projiziert, ehe Kreator mit einem Knall und Enemy Of God in die finale heiße Phase übergingen. Die Zusammenstellung der Setlist sorgte mit diesem Einstieg natürlich sofort für Verzückung im Publikumsbereich. Die Fans dankten es mit wehenden Mähnen und Pits und grölten Frontmann Mille die Lyrics zu Songs wie Satan Is Real oder Phantom Antichrist lautstark entgegen. Mit Fallen Brother und mittels Portrait-Projizierungen wurde verstorbenen Musiker-Kollegen - u.a. Dimebag Darrell und der heuer verstorbenen Jill Janus - Tribut gezollt. Als die Flag Of Hate gehisst wurde, ging das Set in das abschließende Drittel über, das mit dem unabkömmlichen Pleasure To Kill sein Ende fand und das zufriedene Publikum mit der Gewissheit entließ, dass Kreator es auch nach all den Jahren Bestehen noch drauf haben.

Foto via volume.at (c) Thomas Ranner

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