Summer Breeze 2019 | Tag 0

Soilwork
Nach zwei Jahren Pause war es letzte Woche wieder an der Zeit, meine sieben Festivalsachen zu packen und mich auf in Richtung Süddeutschland zu machen, um zum vierten Mal das Summer Breeze Open Air im bayrischen Dinkelsbühl zu besuchen. Die mittlerweile etablierte und beliebte Anreisemöglichkeit am Dienstag wurde in diesem Jahr mit ein paar Bands, zwei Filmvorstellungen und Disco bei der Ficken Party Stage angereichert, ich reiste wie gewohnt am Mittwoch an und befand mich gegen Abend endlich am Gelände. Nach etwas längeren Wartezeiten an der Autoschleuse konnte das Domizil für die nächsten Tage am nur wenige Gehminuten vom Infield entfernten Zeltplatz eingerichtet werden. So verpasste ich zwar leider die ersten Bands, war aber dafür um einige erfreuliche Begegnungen am bereits sehr vollen Campinggelände reicher. Das Festivalfeeling passte, also wurden bald darauf die ersten Bands genossen.

Der Mittwoch bot bereits reichlich Möglichkeiten, sich auf die nächsten Tage am Flugplatz des Aeroclubs Dinkelsbühl einzustimmen. Traditionell wurde die 22. Auflage des Festivals um 14:00 Uhr mit der Blasmusik-Kapelle Illenschwang, die sich Jahr für Jahr großer Beliebtheit erfreut, eingeläutet. Mich zog es für das erste Konzerte dann um 20.00 Uhr vor die T-Stage. Dort zu sehen waren die Melodic Death-Metaller Soilwork, die mittlerweile regelmäßig am Summer Breeze zu Gast sind. Wie üblich war das Auditorium vor der Bühne - die mittlerweile nicht mehr überdacht, etwas anders ausgerichtet ist und somit noch mehr Platz für Zuschauer bot - brechend voll. Soilwork hatten ein umfassendes Best Of ihrer über 20-jährigen Karriere parat und wussten mit Songs wie Nerve, The Ride Majestic oder Stabbing The Drama bestens zum Mitsingen, Headbangen und Moshen zu animieren und auch die Grabenschlampen bekamen bei der Menge an Crowdsurfern reichlich Arbeit. Die Band zeigte sich wie immer sympathisch und spielfreudig und ließ nach dem einstündigen Gig keine Wünsche offen. Was für ein schöner Einstieg!

50 Minuten später ging es weiter im Death Metal-Sektor, diesmal beigesteuert von den schwedischen Genre-Urgesteinen Hypocrisy. Bereits mit Fractured Millennium zum Einstieg sorgten sie für großflächige Freude, konnten die Darbietung aber mit Songs wie End Of Disclosure oder Fire In The Sky kontinuierlich steigern. Da blieb kein Haupthaar ungeschüttelt, es machten sich weiterhin Massen an Crowdsurfern auf den Weg nach vorne und ein Fan schaffte es sogar, kurzzeitig mit der Band auf der Bühne zu feiern. Hier fiel mir auch zum ersten Mal so richtig auf, wie sehr sich der Sound auf der T-Stage im Vergleich zu früher verbessert hatte. In vielerleit Hinsicht ein absoluter Hörgenuss! Roswell 47 rundete die einstündige Death Metal-Walze wie gewohnt ab, Frontmann Peter Tägtren wünschte dem seligen Publikum zum Abschied ein sicheres Festival und kündigte für die Zukunft sogar vage neues Songmaterial an.

Auch um 23.40 Uhr wurde die T-Stage ansteuert, wo sich Enslaved die Ehre gaben. Der progressive Viking Metal der Norweger, die sich auf Festivalbühnen eher rar machen, wusste mit Ethica Odini umgehend in den Bann zu ziehen. Eine intensive Show, die ich nur schwer in Worte zu fassen vermag. Danach wurde der bereits geöffnete Teil des Geländes eingehender erkundet, da sich seit meinem letzten Besuch einiges verändert hatte. Was sofort auffiel: Durch eine leicht veränderte Anordnung und neue Ausrichtung des Merchandise-Standes wurde mehr Platz geschaffen, das Gelände wirkte direkt weitläufiger. Allerdings war das wieder etwas leerere Infield damit so weitläufig, dass man die mittlerweile herrschende Kälte inklusive Wind umso deutlicher spürte. Also wurde bald darauf der Rückzug zum Zeltplatz angetreten, immerhin stand für die nächsten Tage ein straffes Live-Programm an.

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