As I Lay Dying | 07.12.2018


In den letzten Jahren machten die Metalcore-Größen As I Lay Dying hauptsächlich durch die Auftragsmörder-Affäre rund um Frontmann Tim Lambesis von sich reden. Im Sommer diesen Jahres ging schließlich ein erstauntes Raunen durch die Szene, als die Band überraschend einen neuen Song veröffentlichte. As I Lay Dying waren offiziell zurück und kündigten bald darauf auch schon eine Tour an, die einen gewaltigen Ansturm auf die Vorverkaufs-Tickets auslöste. So gut wie alle Venues waren bald darauf ausverkauft oder wurden mit einem Upgrade versehen. So geschehen auch in Wien, wo die Reunion-Show am Freitag über die Bühne ging und im Gasometer stattfand.

Diehard-Fans wie Schaulustige fanden sich schon am frühen Abend ein, um dem Spektakel beizuwohnen. Die schottische Deathcore-Kombo Bleed From Within startete um 19.10 Uhr mit ihrer Opening-Show und wusste ganz genau, wie sie die Vorfreude auf den Headliner schüren und die Wartezeit bis dahin verkürzen konnte. Direkt beim zweiten Song Uprising kam der erste größere Pit zustande, mehr kollektive Leibesertüchtigung sollte folgen. Bleed From Within holten alles aus ihrem 30-minütigen Set raus und hinterließen eine gut aufgewärmte und vollstens zufriedene Menge. ERRA im Anschluss boten zwar nicht so viel Härte wie ihre Vorgänger, wussten die Fans aber dennoch gut zu unterhalten. Der eher geradlinig gehaltene Metalcore mit gutturalen wie cleanen Vocals kam gut an und die Band, die auf ein sympathisches Auftreten setzte, freute sich sichtlich über die Zustimmung. Ein extra Lob gab es für Fan Manuel, der in der ersten Reihe von Anfang an vollen Körpereinsatz zeigte, der Großteil des Gasometers zog aber von Song zu Song immer mehr nach. Eine vergleichbare Pit-Action wie bei Bleed From Within gab es zwar nicht mehr, man musste sich seine Kräfte aber auch noch für die sehnlichst erwarteten Headliner aufsparen.

Die enterten überraschenderweise schon zwanzig Minuten früher als zur angekündigten Stagetime von 21.30 Uhr die Bühne, Angst vor einem zu kleinen Begrüßungskomittee musste man aber nicht haben. Der Saal war auch in der Umbaupause gut gefüllt, Fans, die sich noch außerhalb des Saals aufhielten, hetzten schleunigst hinein und so brandete laustarker Jubel über As I Lay Dying hinweg. Das Warten hatte sich gelohnt, denn die Band aus San Diego legte eine Stärke an den Tag, als wäre sie nie weg gewesen. Da wurde ein Hit nach dem anderen aus dem Köcher gezogen, Feuer- und Rauchfontänen sowie Konfettiregen prägten das Bild einer wiederauferstandenen Band mit geläutertem Frontmann, stets begleitet von einem begeisterten und ekstatischen Publikum, das die Reunion-Show in vollen Zügen genoss und die Refrains lautstark mitsang. Mit Confined fand die etwa 70-minütige, kurzweilige Show schließlich ihr Ende und beide Seiten verließen den Saal mit einem glücklichen Gefühl - die einen verzogen sich in den Tourbus, die anderen an die angrenzenden Bars oder in die kühle Nacht hinaus. Getrennter Wege wird man allerdings sicher nicht lange gehen, denn der neue Longplayer wird schon erwartet und immerhin wurde As I Lay Dying an diesem Abend auch in Wien bewiesen, wie viele Fans ihnen noch die Treue halten.

Fazit: Auch nach jahrelanger Bühnenabstinenz in dieser Konstellation konnten As I Lay Dying eine Show auffahren, die staunen und Fanherzen höher schlagen ließ. Lambesis Taten kann man während des Konzerts ausblenden, am Ende blieb für mich aber beim Anblick des grinsenden Frontmanns, der zwar offen Reue zeigte und Dankbarkeit für die zweite Chance kundtat und wie ein großer Held von seinen Fans bejubelt wurde, doch ein leicht bitterer Beigeschmack.

Foto via

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